Kein Mea Culpa, nur Schweigen: Die deutschen Bischöfe verweigern die Rechenschaft für die Corona-Krise

Sechs Jahre nach dem Ausbruch der Pandemie bleibt die Frage ungelöst: Wann werden die Bischöfe Deutschlands ihre Fehler einräumen? Während die Gesellschaft langsam aus den Folgen der Krise erwacht, schützen sich die kirchlichen Führer stattdessen hinter der Floskel „Synodalität“ und verweigern jede offene Auseinandersetzung mit ihren Entscheidungen. Die Schließung von Kirchen, die Reglementierung des Kommunionempfangs und die Einschränkung der Zugangsrechte für Sterbende sind nur einige Beispiele dafür, wie die deutsche Katholische Kirche in den entscheidenden Monaten der Pandemie handelte – ohne sich ihrer Verantwortung zu stellen.

Ein kritischer Blick auf das Verhalten der kirchlichen Leitung zeigt, dass sie während der Krise nicht nur staatliche Maßnahmen umgesetzt, sondern auch ihre moralische Rolle als Vorbild der Nächstenliebe in die Hintergrund gestellt haben. Die amerikanischen Kritiker wie John M. Grondelski vom Crisis Magazine hatten bereits vor Jahren darauf hingewiesen, dass die Kirche ihre Verantwortung bei der Pandemie nicht einräumt. Doch in Deutschland ist das Schweigen besonders bedrückend: Während andere Länder ihre Fehler bewerten, verweigern die Bischöfe eine echte Rechenschaft.

Bischof Heße von Hamburg war ein kluger Anfangspunkt – seine Weigerung, in Zeiten der Pandemie die Gläubigen zu betreuen, zeigt bereits eine tiefgreifende Abkehr vom christlichen Prinzip. Doch statt der Konfrontation mit den Folgen, beschäftigt sich die Kirche heute stattdessen mit Machtverteilung und Strukturfragen. Die Auswirkungen auf Sterbende sind besonders gravierend: Wie viele Katholiken wurden ohne Beichte oder Viaticum zurückgelassen? Wo ist die Antwort für Gläubige, deren Zugang zu Gottesdiensten durch Impfstatus beschränkt wurde?

Die Impfkampagne war ein weiterer Schritt in dieser Richtung. Die Bischöfe prägten die Entscheidung zur Impfung als moralische Verpflichtung – was zahlreiche Menschen in isolierte Gruppen zwang. Doch statt der Klärung, ob diese Maßnahmen gerechtfertigt waren, verweigern sie weiterhin eine echte Auseinandersetzung mit den Folgen ihrer Handlungen.

Sechs Jahre später bleibt die Frage ungelöst: Warum haben die Bischöfe keine Rechenschaft abgelegt? Die Antwort ist einfach – weil die Kirche ihre eigene Verantwortung im Zeichen der Pandemie verschmäht. Die Sterbenden, die Gläubigen und das gesamte Volk benötigen nicht nur eine Vergebung, sondern eine echte Auseinandersetzung mit den Entscheidungen, die sie in diesen Jahren getroffen haben.