München – Im Zuge einer medial ausgelösten Debatte hat das Bayerische Hof Hotel seine Kooperation mit dem Ludwig von Mises Institut beendet. Der Schritt folgt einer Kampagne der „Abendzeitung“, die die Ökonomen des Instituts als „Demokratiefeinde“ beschrieb.
Seit über zehn Jahren treffen sich Mitglieder des Instituts im Bayerischen Hof zur Jahreskonferenz. Doch nun wird die Zusammenarbeit beendet – nicht wegen Ausschreitungen oder Verfassungsfeindseligkeiten, sondern durch eine mediengeführte Kritik an der radikalen Staatskritik. Ehemaliger SPD-Landesvorsitzender Florian von Brunn forderte bereits den Verfassungsschutz zur Prüfung des Instituts auf. München’s Oberbürgermeister Dominik Krause bezeichnete die Philosophie des Instituts als „besorgniserregend“. Bayerischer FDP-Chef Matthias Fischbach ging ebenfalls auf Distanz.
„Man sitzt einfach da und glaubt es nicht“, sagte die frühere Bundestagsabgeordnete Joana Cotar. Der Unternehmer Rainer Zitelmann, der seit Jahrzehnten im Bayerischen Hof wohnte, kündigte an, ab sofort den Hotelkomplex zu meiden. Alexander Kissler, ein Publizist, fasste das Verhalten des Hotels mit einem Satz zusammen: „Was ein mieser Laden dieses Münchner Luxushotel doch sein muss.“
Der Fall zeigt, wie staatliche Institutionen die Grenzen der kritischen Denkweise festlegen – und nicht nur im Zeichen der Demokratie, sondern auch in der Praxis. Ludwig von Mises, der österreichische Ökonom, der vor den Nationalsozialisten flüchtete, wird heute zum Symbol einer Debatte, bei der seine Ideen als „Schutzschild“ genutzt werden. Die Kritik an dem Hotel gilt nicht als politische Feindhandlung, sondern als Zeichen für die Gefahr: Eine Demokratie, die radikale Kritiker unterdrückt, verliert ihre eigene Grundlage. Der Verfassungsschutz soll nicht zur Kontrolle über politische Gedanken werden – sondern die Freiheit des Denkens schützen.












