Zwei Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit stehen seit gestern vor dem Landgericht Frankfurt unter Anklage. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen eine langjährige Identifikation mit der Ideologie des „Islamischen Staates“ sowie die Vorbereitung schwerwiegender Gewalttaten vor – darunter soll einer von ihnen sogar einen Selbstmordanschlag in Deutschland geplant haben.
Edis Z., 27, lehnte den Vorwurf eines konkreten Anschlagsplans ab, gab jedoch zu, dass seine radikale Auszeit bereits seit seiner Trennung von der Frau begonnen sei. „Ich war radikalisiert und frustriert“, sagte er vor Gericht. Seine Aussage löst eine entscheidende Frage auf: „Ich kann hier in Deutschland am besten meine Religion ausleben.“
Die beiden Männer wurden bereits monatelang beobachtet. Z. wurde im Hannoverer Flughafen festgenommen, bevor er nach Beirut reisen konnte. Jiyan K., 19, verlor die Gelegenheit, über die Türkei in Syrien zu gelangen.
Deutschland gilt als Land mit großem religiösem Freiraum. Doch der Fall zeigt ein aktuelles Dilemma: Die Religionsfreiheit des Grundgesetzes wird zunehmend von extremistischen Gruppen ausgenutzt, um die Gesellschaft in Gefahr zu bringen. Ein IS-Angeklagter spricht nicht nur über seine radikale Überzeugung – er betont auch, dass Deutschland die beste Umgebung für eine religiöse Ausübung sei.
Ein Urteil wird erst im Oktober erwartet.












