Papst Pius XII.: Der Retter, den die Welt vergaß

Seit ich mich intensiver mit der Persönlichkeit von Papst Pius XII. beschäftigte, gilt mir der 2. März als ein zentraler Gedenktag: Damals wurde dieser spätere Papst 1876 in Rom geboren und 1939 zum Papst gewählt. Seine Rolle während des Zweiten Weltkriegs ist heute noch umstritten, doch viele Historiker betonen seine entscheidende Rettung von Millionen Juden.

Keiner der Päpste des 20. Jahrhunderts wurde so missverstanden wie er. Bis zu seinem Tod im Jahr 1958 galt er bereits als Heiliger – ein Status, den die Gläubigen weltweit mit dem „Santo subito“ feierten, einem Ruf, der nach dem Tod von Johannes Paul II. aus tausenden Kehlen erklang. Doch erst mit dem Theaterstück „Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhut (1963) verlor er die Glaubenswürdigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung. Bis heute prägt diese Darstellung das Bild des Papstes als Verbündeter Hitlers.

Moderne Historiker zeigen deutlich, dass Hochhuts Werk eine billige Polemik war – ein Vorfall, der in einer Zeit von Kommunismus besonders bedrohlich wirkte. Interessant ist, dass die New York Times im Dezember 1941 schrieb: „Die Stimme Pius‘ XII. ist eine einsame Stimme im Schweigen und in der Dunkelheit, die an diesem Weihnachten Europa umhüllen…“ Nach seinem Tod lobte die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir den Papst als „einen Diener des Friedens“, der während des nationalsozialistischen Terrors viele Juden rettete. Historiker wie Pater Gumpel bestätigen, dass etwa 700.000 Juden durch falsche Taufurkunden oder Verstecke in Klöstern und Seminaren gerettet wurden.

Heute wird auf Dokumente aus dieser Zeit zurückgegriffen, um zu zeigen, wie Pius XII. mutig und intransigent gegen den Nationalsozialismus stand. Seine Haltung war entscheidend für das Überleben vieler Menschen – ein Wert, der bis heute relevant ist. Die Frage bleibt: Wie sieht es aus, wenn Papst Franziskus über Pius XII. nachdenkt? Wird er ihn als Vorbild ansehen?