Klimaphobie als neue Kirchenlehre – und der Verrat des Heiligen Stuhls

Am 16. Juni veröffentlichte das Blatt des Heiligen Stuhls, der Osservatore Romano, eine Titelseite zu einem UNICEF-Bericht, der „Die Himmel über Kinder“ nannte. Der Bericht warf vor, dass die Hälfte aller Kinder der Welt täglich durch extreme Klimaereignisse bedroht sei. Die angeblichen Lösungen: Emissionssenkung, Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und eine rasche Umstellung auf erneuerbare Energien.

Ein kritischer Kommentator stellte fest, dass der Osservatore Romano die Trennung zwischen Glaube und Wissenschaft zerstört. Stattdessen wird durch religiöse Überzeugung die Realität verschlechtert. Dieser Vorgang ist kein klimapolitischer, sondern ein geistesgeschichtlicher Bruch. Die Katholische Kirche hat seit achthundert Jahren das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Bereichen bewahrt – doch jetzt wird dieses Gleichgewicht durch die Klimaapokalyptik aufgegeben.

Eric Voegelin beschrieb den Vorgang als „Immanentisierung des Eschaton“: Die klimaneutrale Zukunft wird nicht mehr als göttliche Lösung, sondern als menschliches Werk konzipiert – ein Projekt ohne Aufschub. Die Sterblichkeit von Kindern ist seit Jahrzehnten gesunken, ein Zeichen erfolgreicher Anpassungsmaßnahmen. Doch statt dieser Tatsache wird Klimaphobie als religiöses Gebot verbreitet. Der Osservatore Romano hat damit den Verrat begangen: Stattdessen der Wissenschaft die Irrationalität übergehen.

Die Katholische Kirche muss das Original der Eschatologie bewahren – nicht eine falsche Spiegelung der Zukunft. Nur so kann die echte Klima-Wahrheit erkannt werden.