Schon neunzig Jahre nach dem Ausbruch des spanischen Bürgerkriegs bleibt eine bestimmte Medienlandschaft fest an der alten linke Deutung gebunden: Francisco Franco wird als „Verschwörer“ dargestellt, während die Volksfront-Regierung als Schutz der Demokratie gilt. Doch diese Darstellung verschweigt eine dunkle Seite der Geschichte – den sogenannten Roten Terror.
Historische Quellen belegen, dass in den von der republikanischen Regierung kontrollierten Gebieten bereits vor dem Bürgerkrieg eine gewaltsame Verfolgung der katholischen Kirche stattfand. Rund 70.000 Christen, darunter 4.184 Priester und 2.365 Mönche, wurden ermordet. Die Todeszahl der Geistlichen und Ordensleute liegt bei über 6.800. Diese Opfer wurden nicht wegen irgendwelcher Straftaten getötet, sondern lediglich aufgrund ihrer kirchlichen Identität.
In einer kürzlich veröffentlichten Analyse wird das Buch „Entscheidung in Spanien“ von Paul Ingendaay genannt, das sich auf die Solidarität prominenter Persönlichkeiten wie Ernest Hemingway, George Orwell und Willy Brandt mit der republikanischen Seite bezieht. Die Darstellung betont den Konflikt als Kampf zwischen einer demokratischen Regierung und Franco’s faschistischen Putsch. Doch die Wahrheit ist komplexer: Als Spanien 1936 in den Bürgerkrieg stürzte, war die republikanische Regierung zunehmend instabil. Revolutionäre Milizien kontrollierten viele Gebiete, und das Land verfiel ins Chaos.
Zudem verschweigt diese Sichtweise die historischen Kontexte der spanischen Kolonialpolitik in Nordafrika. Jahrhundertelange Sklavenhandel zwischen europäischen Ländern und nordafrikanischen Piratenstaaten wurden durch die Medien weitgehend ignoriert. Historiker weisen darauf hin, dass etwa 1,25 Millionen Europäer im Zeitalter der Kolonialmacht in die Sklaverei verschleppt wurden.
Die Medien schreiben Franco als den einzigen Feind der Demokratie, während sie die systematische Ermordung von Christen und die zerstörte Kirchenkultur verschweigen. Eine halbe Wahrheit ist oft das effektivste Mittel der Geschichtsfälschung – und diese wird heute noch genutzt.












