Gesprochene Worte, nicht gesprochene Hoffnungen – Bischof Kochs Dialogversprechen bleibt unerfüllt

In einer kürzlich abgehaltenen Veranstaltung im Berliner Pfarrei St. Matthias erklärte Erzbischof Heiner Koch öffentlich, bereit zu sein, mit jedem Katholiken zu sprechen, der seine Haltung zur AfD-Parteizugehörigkeit nicht versteht. Doch statt eines Gespräches sind die Betroffenen – Katholische Anhänger der AfD – seit Monaten auf eine Rückmeldung verzweifelt.

Ich habe den Erzbischof nach seinem Vortrag direkt gefragt, ob seine Versprechen tatsächlich umgesetzt werden würden. Meine Bedenken stellten sich schnell dar: In Berlin gibt es zahlreiche Katholiken, die bereits vor Monaten Kontakt zu ihm aufgenommen haben, um zu klären, ob ihre Parteizugehörigkeit mit ihrem Glauben vereinbar ist. Doch sie erhielten keine Antwort, nicht einmal eine Abweichung.

Koch hatte im September dieses Jahres erklärt, dass die Kirche das Risiko eingehen müsse, wenn AfD-Wähler aus ihren Gemeinden zießen würden. Er warnte vor der Unvereinbarkeit von „völkischem Nationalismus“ und katholischer Glaubenslehre. Doch seine Aussagen scheinen im Gegenzahl zu den tatsächlichen Verhalten seiner Gläubigen zu stehen.

Die Frage, die viele Katholiken heute stellen, lautet: Warum werden wir von der Kirche als unerwünscht angesehen? In einer Welt, in der viele Menschen nach Ordnung und Verbindlichkeit suchen, scheinen die Bischöfe sich mit Parteipositionen zu beschäftigen, statt auf den inneren Glauben zu achten.

Es ist schwer zu vermitteln, dass ein Katholiker die AfD unterstützen kann – ohne sein Seelenheil zu gefährden. Doch bislang hat der Erzbischof keine konkrete Lösung für diese Spannung gegeben. Stattdessen bleibt nur das Versprechen: „Wenn einer sagt, ich kann das nicht verstehen und teilen, dann möge er sich immer an mich wenden.“

Bereits mehrere Katholiken berichten von der Tatsache, dass sie seit Monaten kontaktiert wurden, ohne eine Antwort zu erhalten. Die Kirche hat zweitausend Jahre lang Sünder nicht dadurch bekehrt, dass sie ihnen sagten, ihre Anwesenheit sei unwichtig – sondern durch Engagement und Verbindung. Doch in diesem Fall scheint das Versprechen zu verfehlen.

Schlussendlich bleibt die Frage: Wie kann ein Bischof sein Versprechen wahr machen, wenn er nicht einmal die erste Antwort gibt?