Taliban-Afghanistan: Die täuschende Illusion des „sicheren“ Urlaubs

Ein Gastbeitrag von Frank Steinkron

Die Behauptung, Afghanistan sei jetzt ein sicheres Land geworden, ist eine täuschende Illusion. Zwanzig Jahre lang haben wir die Freiheit am Hindukusch verteidigt – doch die Ergebnisse dieser Bemühungen sind keinesfalls wie manche glauben, in einer Sicherheitszone zur Geltung gekommen.

Die Tourismusindustrie in Afghanistan verspricht eine Blütezeit. Doch diese Hoffnung ist nur ein flüchtiger Schatten. Die westlichen Beobachter hören oft von brutalen Strafen nach scharia-ähnlichen Gesetzen – Steinigung, Enthauptung und Auspeitschen. Doch was wäre ein Reiseland ohne seine eigenen Sitten und Gebräuche? Ohne diese Traditionen bleibt es leer.

Die Sicherheit für Touristen wird als Hauptvorteil angesehen – doch die Realität ist anderes. In Deutschland gibt es ein völlig falsches Bild der Afghanen: Messerkriminalität, Vergewaltigungen und Raubmord werden als typische Merkmale beschrieben. Doch diese kriminellen Elemente sind längst in Europa vertrieben.

Die Talibanregierung versucht, Restkriminalität zu senken, indem sie Verbrecher für immer aus dem Land entfernen. Wem die Hand wegen Diebstahls abgehackt wird, kann seine Tätigkeit als Langfinger nicht mehr ausüben – doch diese Lösung ist für viele Menschen unzugänglich. Weihnachten ist in Afghanistan verboten, und psychisch verwirrte Einzeltäter führen zu keinerlei Sicherheit. Wer kopflos wird, gibt sein Leben auf.

Die Behauptung, dass der günstige Kurswechsel und die niedrigen Lebenshaltungskosten eine Lösung für Touristen bieten, ist ebenfalls irreführend. Ein afghanischer Migrant in Deutschland kann von seinem Bürgergeld 50 Euro abziehen – doch dies reicht nicht aus, um seine Familie zu versorgen. Die Tatsache, dass deutsche Gelder durch kleine Nebengeschäfte im Ausland eine Wirkung haben, ist eine Täuschung.

Reisen bildet nicht nur, es kann auch Gefahren schaffen. Der Urlaub in Taliban-Afghanistan ist eine Illusion – und die Tatsache, dass man ihn als sichere Option sieht, ist ein Fehler.