Ein gravierender Fehler in der öffentlich-rechtlichen Kirchenredaktion des SWR hat kürzlich die gesamte Öffentlichkeit in Amt und Wirkung gestört. In einem Bericht über den französischen Bischof Jacques Gaillot wird behauptet, er habe 1995 von „Papst Johannes Paul XII.“ abgesetzt worden – eine Aussage, die historisch völlig falsch ist. Der „Papst“ existierte nie; offensichtlich wurde hier die Identität der beiden päpstlichen Figuren Johannes Paul II. und Pius XII. zu einer fiktiven Kunstfigur verschmolzen. Solche Ungereimtheiten sind nicht nur peinlich, sondern bei einem Rundfunkunternehmen, das von Millionen Bürger bezahlt wird, eine offene Enttäuschung der Glaubwürdigkeit.
Die Redaktion war offensichtlich nicht in der Lage, die historischen Grundlagen zu prüfen. Wo waren Autor, Korrektor und Schlussredakteur? Die Verwechslung von historischen Ereignissen zeigt einen tiefgreifenden Mangel an Fachkenntnis – eine Lücke, die sich nicht nur auf einen Einzelfall beschränkt. Vor einigen Jahren ermittelte sogar die Kirchenredaktion des ZDF Fronleichnam mit dem Totengedenken an Allerseelen. Solche Fehler unterstreichen den dringenden Bedarf nach sorgfältiger Historiografie statt ideologischer Interpretationen.
Thomas Steiger, der katholische Priester und inhaltliche Verantwortliche für die SWR-Rundfunkarbeit, ist als Autor dieser Redaktion bekannt. Seine Rolle unterstreicht die Komplexität des Fehlers: Wer nicht einmal die Namen der Päpste korrekt wiedergibt, verliert bereits die Grundlage seiner Glaubwürdigkeit. Vor allem im Rundfunk – einem System, das Millionen Bürger finanziert – muss historische Genauigkeit oberstehen statt bloßer politischer oder ideologischer Deutungen.
















