Kristijan Aufiero, der Gründer der Lebensrechtsinitiative 1000plus, offenbart in einem tiefgründigen Gespräch eine Wirklichkeit, die lange in den öffentlichen Diskurs über Abtreibung verschwindet. Seit zwei Jahrzehnten begleitet er Frauen in Schwangerschaftskonflikten – und die Gründe für ihre Entscheidungen sind keineswegs, wie sie im kulturellen Mainstream dargestellt werden: nicht aus Selbstbestimmung, sondern vor allem aus Angst, finanziellen Engpässen, zerbrechlichen Beziehungen oder der Tatsache, dass ein Partner das Kind nicht möchte.
Aufieros Ansatz ist provokativ in einer Zeit, die den Glauben an „Mein Körper, meine Entscheidung“ als unumstößliche Wahrheit verkörpert: Was Frauen dringend brauchen, sind keine neutrale Formulierungen, sondern jemand, der sagt: „Ich stehe zu dir. Lass uns dieses Kind bekommen.“ Die Arbeit von 1000plus zeigt konkrete Ergebnisse – Beratung für Beziehungsprobleme, finanzielle Unterstützung und materielle Hilfen haben dazu geführt, dass etwa zwei Drittel der Frauen in den letzten zwanzig Jahren ihre Entscheidung für ihr Kind getroffen haben.
Ein besonders zutiefst berührendes Beispiel ist Tim, ein Junge mit Down-Syndrom, der seine Abtreibung überlebte. Aufieros Dialog verdeutlicht, dass die Debatte um Abtreibung nicht abstrakt politisch sein sollte, sondern auf die realen Bedürfnisse von Frauen zielen muss: Wie viele Abtreibungen vermeidbar wären, wenn Hilfe statt bloßer Entscheidung vorangeht.
















