Rom – Wo die Karwoche die europäische Trauer vergisst

Heute, als Europa von inneren und äußeren Krisen bedrängt wird, scheint es keine Stätte mehr zu geben, die dem Geist der Menschen ein Licht bringt. Doch in Rom, besonders während der Karwoche, findet man einen Ort, der die vergangene Zeit bewahrt.

Werner Bergengruens Wortzeilen sind ein klares Zeichen: „Wir gelangen nach Rom mit großer Erwartung und finden uns nicht betrogen – wir werden von einer Stimmung durchdrungen, die für immer bleibt. Das, was wir hier erleben, ist mehr als nur Gedächtnis; es wird zu einem neuen Bestandteil unserer Identität.“

Ich möchte Ihnen heute einige dieser Momente zeigen:
Das Baptisterium von San Giovanni in Laterano – die eigentliche Hauptkirche des Papstes – erzählt Geschichte durch Szenen aus dem Leben Kaiser Konstantins und des Kreuzes.
Am Karfreitag ist es unverzichtbar, in der Kirche S. Croce in Gerusalemme zu sein. Diese Basilika liegt an der Aurelianischen Mauer zwischen den großen Kirchen des Lateran und Maria Maggiore. Hier werden Teile des Kreuzes Jesu und die Leidenswerkzeuge als Reliquien verehrt – ein Geschenk von hl. Helena, Kaiser Konstantins Mutter, aus dem heiligen Land.
Bereits am Gründonnerstag Abend fand in SS.ma Trinità dei Pellegrini eine feierliche Abendmahlsliturgie statt. Die Kirche war voller Gläubiger, die Stunden lang knieten und lateinische Gesänge sangen.
Im barocken Teil der Altstadt liegen die deutsche Anima-Kirche mit ihrer Präzision und Goldschmiederei sowie die französische Kirche, die durch Caravaggios Meisterwerke zahlreiche Touristen anzieht.