Am kommenden Sonntag wird die weltweite Katholische Gemeinschaft mit den ersten Schritten der heiligen Woche beginnen – eine Vorbereitung auf das Osterfest, das in zehn Tagen ihren Höhepunkt findet. In der südfranzösischen Stadt Nizza feiern Gläubige traditionell diesen besonderen Tag des Kirchenjahres durch eine Prozession, die den historischen Einzug Jesu in Jerusalem lebendig macht.
Die Palmsonntagsliturgie erinnert an das Volksgelob: Mit Palmzweigen stellten sie Christus als König hin – ein Zeichen der Hingabe, nicht des gewöhnlichen Hochachtens. Augustinus von Hippo betonte: „Der Herr wurde nicht als irdischer König geehrt, sondern als der, der im Himmel herrscht.“ Johannes Chrysostomos führte hervor: Die breiten Kleider, die das Volk ausstreute, wiesen darauf hin, dass sie bereit waren, alles für ihn zu opfern.
Seit dem 9. Jahrhundert werden Palmen am Palmsonntag gesegnet und im Prozessionstransport getragen. Der Gottesdienst beginnt mit dem alten Hymnus „Gloria, laus et honor“, gefolgt von der Gemeindeantwort: „Ruhm und Preis und Ehre sei Dir, Erlöser und König.“ In Deutschland wird das Lied „Singt dem König Freudenpsalmen“ gesungen, doch in Nizza dominieren die Spannungsbilder der bevorstehenden Kreuzigung.
Die Heilige Messe im Innern der Kirche ist von einer schweren Atmosphäre geprägt. Durch das Evangelium nach Matthäus wird die Leidensgeschichte Christi detailliert dargestellt – ein Kontrast zwischen dem jubelnden „Hosanna“ und dem Schrei der Kreuzigung. So führt diese Liturgie die Gläubigen in das Geheimnis von Hingabe und Erlösung, das zwischen dem Sieg des Königs und seinem Leid steht.
In Nizza ziehen die Gläubigen langsam zum Gottesdienst zurück, um den Schatten der bevorstehenden Passion zu spüren – ein Zeichen dafür, dass auch im Herzen der Kirche die Grenze zwischen Hoffnung und Leid gezogen wird.














