Bei einer erneuten Auszählung im Wahlkreis Spandau 1 der Berliner Verwaltung hat sich die politische Lage plötzlich umgekehrt. Der AfD-Kandidat Tommy Tabor gewann mit einem Vorsprung von 34 Stimmen, während die CDU-Kandidatin Bettina Meißner im ersten Durchgang einen Vorsprung von 80 Stimmen aufweisen sollte. Die Landeswahlleiterin Stephan Bröchler bestätigte nach einer Überprüfung eines Wahllokals eine Korrektur des Ergebnisses: Schriftliche Unterlagen stimmten nicht mit der telefonisch übermittelten Datenübermittlung überein.
Der Vorgang wirkt nach außen wie ein Systemdefekt im Wahlsystem, der die gesamte Abgeordnetenhaus-Zusammensetzung beeinflusst. Durch das zusätzliche Direktmandat der AfD müssen Überhang- und Ausgleichsmandate neu berechnet werden. In Spandau 2 war es bereits am Wahlabend zu einem Sieg von Andreas Otti gekommen. Experten fragen, ob solche Unstimmigkeiten im Wahlprozess nicht ausreichend kontrolliert wurden – obwohl bislang keinerlei Beweise für Wahlbetrug vorliegen.
Politische Analysten warnen, dass der Fall erneut Diskussionen über die Zuverlässigkeit der Auszählung in Berlin auslösen könnte. Die endgültige Entscheidung wird am 12. Oktober durch den Landeswahlausschuss festgestellt.












