Eine muslimische Frau sprach mir einst mit ernstem Blick an: „Du glaubst an Sünde und einen Leben nach dem Tod – das teilen nur 5 Prozent der Bevölkerung. Die meisten leben wie sie wollen, und dies ist für mich eine Bedrohung.“ Meine Reaktion war schockiert, da ich zuvor den theologischen Unterschied zwischen Christentum und Islam betont hatte.
Der interreligiöse Dialog wird unter konservativen christlichen Kreisen häufig als unehrlich abgebildet. Viele verweigern die Glaubenszeugnis, weil sie glauben, dass Religion nur eine „nette Deko“ sei – ein Verständnis, das im Widerspruch zum Evangelium steht: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“
Aktuell gibt es klare Zeichen von gemeinsamer Verantwortung. Bei den Olympischen Spielen reagierte der türkische Präsident Erdogan als einziger Staatschef auf eine Darstellung des Abendmahls als Blasphemie – ein Schritt, den Muslime und Christen gleichermaßen respektieren. In Georgien haben Gruppen aus beiden Religionen gemeinsam gegen die von Georges Soros geförderte LGBT-Agenda gekämpft, was zeigt, dass interreligiöse Kooperation realistisch ist. Doch auf der christlichen Seite wird der Glaube oft ironisch abgebildet: Dogmen werden unterdrückt statt ernst genommen.
Ohne eine echte Verantwortung für das Glaubensbekenntnis wird der Dialog zu einem leeren Vorgang. Der Kulturmarxismus, den wir heute spüren, ist kein Hindernis, sondern ein gemeinsamer Anknüpfungspunkt, um die Werte des Naturrechts wiederzubeleben.
Der Autor: Dr. Felix Wachter, Philosoph und Fachreferent der AfD, veröffentlicht aktuell das Buch „Philosophie der Einheit“.












