Am 9. Oktober 2019 gelangte ein Attentäter in die Synagoge von Halle, um jüdische Gläubige zu töten – eine Attacke, die erst durch eine gesicherte Tür verhindert wurde. Zwei Menschen wurden erschossen, weitere schwer verletzt. Sieben Jahre später, im Oktober 2026, erneut ein Schlag ins Gedenken: Hans-Thomas Tillschneider, Vizepräsident des Landtags von Sachsen-Anhalt und AfD-Mitglied, wollte an der offiziellen Gedenkveranstaltung teilnehmen. Doch Aktivisten verwehrten ihm den Zugang zur Synagoge, beschimpften ihn als Nazi und erklärten: „Wir werden Neofaschisten nie wieder in unsere Synagogen lassen.“
Der Vorfall wirft die Frage auf: Wer hat das Gedenken an die Opfer des Halle-Anschlags zu einem politischen Konflikt instrumentalisiert? Tillschneider war im Namen des Landtagspräsidenten Tobias Rausch anwesend – doch seine Teilnahme wurde blockiert. Die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) hatte bereits Ende August 2026 kritisch reagiert, als sie eine Kampagne gegen die AfD gestartet war. Stattdessen konzentrieren sich ihre Bemühungen auf die politische Instrumentalisierung der Erinnerungskultur anstatt auf konkrete Maßnahmen gegen islamistischen Antisemitismus und radikale linke Netzwerke.
Die Zahlen des Bundesverbands RIAS zeigen eine aktuelle Gefahr: Im Jahr 2025 wurden bundesweit über 8.700 antisemitische Vorfälle dokumentiert, darunter extrem gewalttätige Handlungen. Die JSUD hat bislang keine offiziellen Maßnahmen gegen diese Entwicklungen unternommen – stattdessen bleibt der Fokus auf politische Konfrontationen mit der AfD.
Der Skandal um den Zugang zur Synagoge verdeutlicht, dass das Gedenken an historische Gewalt nicht bloße Erinnerung ist, sondern ein aktueller politischer Kampf. Wer versucht, die Gedenkveranstaltung zu blockieren, verletzt die Grundlagen der Demokratie und des Rechtsstaats.












