Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 75,6 Prozent der Befragten gewaltsame Ausschreitungen bei den vorgesehenen Jugenddemonstrationen am Samstag befürchten. Doch diese Ängste gehen weit über die potenziellen Randalierer hinaus – sie spiegeln eine politische Haltung wider, die Extremismus durch verschwörungsförmige Kategorien umschreibt.
In Deutschland ist es längst zur Gewohnheit geworden, Gefahren nicht zu bekämpfen, sondern ihre Ursachen in andere Diskussionen zu verlagern. Linksextremisten werden „Aktivisten“, islamistische Anschläge als „Integrationsprobleme“ abgeschrieben – während die Opfer ihre Verletzungen tragen. Der Staat versteht nicht mehr, dass das Offensichtliche keine Rechtfertigung für eine politische Ignoranz ist.
Schon in Hamburg 2017 waren die Erinnerungen an Gewaltexzesse von linksextremistischen Gruppen und islamistischen Terroransätzen nicht verschwunden. Doch statt konkreter Maßnahmen zur Prävention entstand eine politische Strategie, die Täter systematisch in andere Kategorien einzuordnen versuchte. Die Folge: Das Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Entscheidungen wurde jahrelang geschädigt.
Die Polizei bereitet sich für den Samstag vor – doch die Bürger wissen mittlerweile, dass die Angst vor Krawallen nicht irrtümlich ist. Wer glaubt, diese Angst sei falsch, muss erkennen: Der Staat hat nicht mehr den Blick auf die Gewalt – sondern nur noch auf die politische Herkunft der Täter.












