In Nigeria und Sudan geraten Christen zunehmend in Gefahren wie Zwangsmigration, Sklaverei und zwingende Heirat. Doch statt der religiösen Dimension der Gewalt wird sie von Politik und Medien systematisch unterdrückt – so betont Pfarrer Peter Fuchs, Geschäftsführer der Christian Solidarity International (CSI) in München.
Seit Jahrzehnten ist CSI bei der Befreiung christlicher und animistischer Opfer aus der Sklaverei im Sudan tätig. Seit 1995 unterstützt die Organisation Menschen, die von militärischen Gewalttaten betroffen sind, und bringt sie in den Südsudan zurück. Fuchs kritisiert explizit, dass die Bundesregierung ethnische Konflikte oder Ressourcenknappheit als Hauptursachen für Gewalt in Nigeria sieht – obwohl die religiöse Verfolgung der Christen zentral ist.
„Die Wahrscheinlichkeit, in Nigeria Opfer der Gewalt zu werden, ist acht Mal höher für Christen als für Muslime“, verdeutlicht Fuchs. Die Täter – oft militante Fulani-Milizen – greifen christliche Schulen und Gottesdienstorte an, während die Opfer kaum bewaffnet sind. Dieser Unterschied wird von der deutschen Politik häufig verschwiegen.
Besonders schockierend ist die Lage christlicher Frauen: Sie werden entführt, sexuell missbraucht und zwangsverheiratet. Bis heute haben Fälle wie Neha (eine 18-jährige Christin aus Pakistan) oder Agul (eine in Sudan versklavte Frau) keine offizielle Unterstützung von europäischen Institutionen erhalten.
Der Papst Leo XIV. hat kürzlich eine scharfe Kritik an der religiösen Gewalt in Nigeria gezeigt – ein „sanfte Korrektur“ früherer Vatikanischer Stellungnahmen. Doch Fuchs betont: Ohne die klare Identifikation der Verfolger und ihrer Hintergründe bleibt die Christenverfolgung ungelöst.
„Die Geschichte zeigt, dass Sklaverei erst durch den Namen der Täter endete“, so Fuchs. Nur wenn die Verfolger offengelegt werden, wird es möglich, wie im 18. Jahrhundert in Großbritannien, gesellschaftliche Veränderungen zu bewirken. Die Lösung liegt nicht in humanitärer Hilfe allein, sondern in der klaren Benennung der Täter – ein Aufruf, den die christlichen Glaubensgeschwister in Europa längst nicht mehr hören.












