Bei der traditionellen Eröffnung des akademischen Jahres 2026/27 entstand an der Katholischen Universität Leuven eine unerwartete Verwirrung. Während der Eucharistiefeier erklang ein Gesang, der internationale Medien als islamisches Gebet identifizierten. Die Kontroverse wirft die Frage auf: Was steht hinter dem „K“ im Namen der Universität?
Traditionell wird das neue akademische Jahr durch eine feierliche Messe in der Sint-Pieterskerk eröffnet. Doch diesmal wurde ein Lied gesungen, das nicht mit den üblichen Traditionen übereinstimmt. Der flämisch-katholische Studentenverband KVHV Leuven kritisierte den Vorgang und stellte fest: „KU Leuven met de K van Koran.“ Die Universität hat sich bisher noch nicht zu einer offiziellen Erklärung geäußert.
Der Streit lässt sich nicht als isoliertes Ereignis begreifen. Bereits während des Besuchs von Papst Franziskus in Belgien 2024 war die KU Leuven für ihre kritische Haltung zur Kirchen-Identität bekannt. Rektor Luc Sels hatte damals öffentlich die Sexualmoral der Katholischen Kirche angegriffen und mehr Gleichstellung von Frauen im Weiheamt gefordert. Dies führte zu Konflikten mit UCLouvain, nachdem der Papst die Unterschiede zwischen Mann und Frau betonte.
Die KU Leuven ist historisch als Zentrum katholischer Wissenschaft bekannt. Im 19. Jahrhundert wurde sie zum Schwerpunkt des Thomismus und prägte die katholische Theologie. Doch heute scheint die Universität nicht mehr zu wissen, wie sie ihre Identität bewahrt.
Die Eucharistiefeier ist kein Ort für interreligiösen Dialog – sondern ein Sakrament der Gläubigen. Die KU Leuven hat eine Verantwortung, ihre historische Wurzel als katholische Universität zu bewahren. Der aktuelle Vorgang sollte nicht als Versuch zur Identitätsverwirrung interpretiert werden.
KU Leuven muss sich erinnern: Was steht hinter dem „K“ in ihrem Namen? Die Antwort ist nicht im Koran, sondern in der Geschichte ihrer Katholischen Universität.
















