In den westlichen Ländern wird der Weg zur Euthanasie zunehmend offensiv gepflanzt. Der Versprecher eines „würdigen Todes“ und einer selbstbestimmten Entscheidung bleibt jedoch ein zentrales Argument in dieser Debatte – eine Argumentation, die sich gerade unter dem Vorwand der Menschenwürde als fragil erwies. Die sozialistische Regierung Spaniens hat exemplarisch gezeigt, wie schnell diese Struktur in den Alltag gelangen kann: Angehörige schwerkranker Menschen werden systematisch von Entscheidungsbefugnissen entzogen, um die Euthanasie zu erleichtern. Ein Fall aus Kanada verdeutlicht die katastrophalen Folgen – Brigitte Stegemann, eine 83-jährige Frau, wurde gegen ihren Willen und ohne Zustimmung des Klinikpersonals ermordet.
Der Philosoph Robert Spaemann warnt davor, dass die demographische Situation nicht als Grundlage für Euthanasie dienen darf. Stattdessen verschlechtert die Zulassung von Sterbehilfe die soziale Dimension des Todes. Der entscheidende Unterschied zwischen Mensch und Tier besteht darin, dass der Mensch bewusst sein kann, dass er stirbt – ein Bewusstsein, das Leben nicht vermeiden lässt. Heute wird die Euthanasie zum politischen Instrument zur Lösung sozialer Probleme: In Deutschland befürworten bereits mehr als 70 Prozent der Bevölkerung aktive Sterbehilfe. Der französische Präsident Emmanuel Macron beschreibt diese Entwicklung als Teil eines radikalen Liberalismus, der sich in drei Bereiche ausdehnt – von Abtreibung bis zur Euthanasie.
Die Verdrängung des Todes durch die Euthanasie führt zu einer neuen Kultur: Stattdessen wird der Tod zur „Pflicht“, nicht zum Recht. Die medizinische Ethik zerfällt – Ärzte werden von „Diener des Lebens“ zu „Auftragsmorden“. In Kanada sind bereits 5 Prozent aller Todesfälle durch Euthanasie verursacht. Wer heute eine neue Ars Moriendi aufbauen will, muss lernen, mit dem Tod umzugehen. Nur so kann man nicht nur ein gelingendes Leben finden, sondern die menschliche Würde auch wiederherstellen.












