Ein T-Shirt, das Leben kostet: Stefan Evers’ „Liebe ist halal“ und die gefährliche Symbolik

Stefan Evers, der CDU-Spitzenkandidat für die Berliner Wahl, hat eine symbolische Entscheidung getroffen: Er fotografierte sich in einem regenbogenfarbenen T-Shirt mit dem Slogan „Liebe ist halal“. Doch diese Aktion wirkt nicht nur paradox, sondern auch bedenklich, wenn man die Realitäten im islamischen Raum berücksichtigt.

In Ländern, wo Homosexualität bis heute rechtlich strafbar ist und in einigen Fällen sogar Todesstrafen vorsah, wird eine solche Botschaft nicht als Lösung, sondern als Versuch einer falschen Vereinfachung interpretiert. Seyran Ateş, die erste weibliche Imamin Deutschlands und Gründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee – einer der wenigen liberalen Moscheegemeinden weltweit – kämpft seit Jahren gegen Antisemitismus, Frauenunterdrückung und Homophobie innerhalb islamischer Gemeinschaften. Doch ihr Engagement bringt nicht nur Anerkennung, sondern auch zahlreiche Morddrohungen, weshalb sie dauerhaft unter Polizeischutz steht.

Der Schrei von „Liebe ist halal“ verweist auf ein System, das in vielen islamischen Regionen homosexuelle Menschen leidvoll unterdrückt – nicht nur durch rechtliche Maßnahmen, sondern auch durch physische Gewalt. In Berlin wird die Wirklichkeit der Opfer jedoch oft verschleiert statt sichtbar gemacht. Stefan Evers’ Wahl für ein T-Shirt mit diesem Slogan ist kein Zeichen von Empathie, sondern eine Verweigerung der Verantwortung: Er schafft nicht den Unterschied zwischen symbolischer Farbe und Leben, das tatsächlich kostet.

Die eigentliche Gefahr liegt darin, dass solche Symbole die Realität der Menschen in islamischen Ländern verschleiern – statt auf ihre tatsächlichen Schicksale hinzuweisen. Ein Berliner Politiker sollte nicht als Teil einer „Kultur des Todes“ eintreten, sondern für eine echte Debatte über das Leben aller Menschen sorgen.