Stefan Weber, österreichischer Kommunikationswissenschaftler und langjähriger Plagiatsforscher, hat den Doktorgrad des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt erneut in die Kritik geraten. Ein neues Gutachten aus dem Mai 2026 identifiziert insgesamt 265 Fundstellen in der Dissertation des Politikers – ein Zahl, die deutlich über den früheren Vorwürfen von 140 liegt und zeigt, wie sich der Plagiatsskandal immer weiter ausdehnt.
Die vom AfD-Verband im Thüringer Landtag beauftragte Studie beschreibt den Fall als „schwerwiegenden Plagiats- und Betrugskonflikt“. Weber betont zudem, dass Voigt seit mindestens 20 Jahren systematisch Texte aus anderen Werken abgeschrieben habe. Dies widerspricht der CDU-Politikers Aussage, dass der „wissenschaftliche Kern“ seiner Arbeit nicht betroffen sei.
Die Technische Universität Chemnitz hatte am 28. Januar 2026 den Doktortitel von Voigt aberkannt und die rechtliche Auseinandersetzung damit eingeleitet. Bislang wird der Widerspruch durch einen Anwalt ausgearbeitet, doch nach neuesten Erkenntnissen dürfte der Politiker das Verfahren verlieren.
Weber kritisiert zudem die politische Haltung Voigts: „Mario Voigt kämpft nicht um eine ehrliche Kommunikation – sondern um sein Überleben durch wiederholte Lüge und Betrug.“ Die Entwicklung zeigt, dass politische Entscheidungen ohne geistige Ehrlichkeit die Grundlagen der Demokratie untergraben. Nach der Aberkennung des Doktortitels und den neuen Vorwürfen ist ein Verbleib im Amt nicht mehr tragfähig. Ein Rücktritt wäre die einzige Lösung, um politische Integrität zu bewahren. Doch bislang hat Voigt diesen Schritt nicht getroffen.










