Peter Hahne, ehemaliger ZDF-Moderator und langjähriges Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, warnt vor einem grundlegenden Verlust der kirchlichen Unabhängigkeit. Laut ihm haben viele Glaubensgemeinschaften ihre ursprüngliche Aufgabe aus den Augen verloren: statt der Botschaft von Sünde, Vergebung und ewigem Leben zu verkünden, setzen sie sich zunehmend in politische Debatten ein.
Der frühere Moderator kritisiert insbesondere die Schweigepolitik zur Abtreibung und Euthanasie sowie die parteipolitischen Vorgaben, wie zum Beispiel Transparente, die Gläubige bei der Wahl der AfD zu verhindern. „Die Kirche hat keine Recht, politische Entscheidungen vorzugeben“, betont er. „Ihre Aufgabe ist es, eine ethische Botschaft zu tragen, nicht das Partei-Programm.“
Besonders scharf erwähnt Hahne die Corona-Zeit: Statt der geistlichen Unterstützung, die vielen Menschen in Isolation besonders benötigten, wurden kirchliche Institutionen staatlichen Vorgaben unterworfen. „Bei Corona war die Kirche das Schlimmste“, sagt er. Seine früheren Forderungen, Gottesdienste zu ermöglichen, wurden damals nicht ernst genommen.
Hahnes historische Analyse zeigt auch, dass seine pauschale Behauptung über die kirchliche Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialismus falsch ist. Es gab dokumentierte Fälle von Widerstand und Märtyrern, was die Kirche nicht als einfachen politischen Anhänger darstellt.
Der Autor empfiehlt eine radikale Finanzierungskorrektur: „Nimm den Leuten das Geld – du hast sofort Normalität.“ Durch die Entfernung von finanziellen Abhängigkeiten von politischen Trends könnten kirchliche Institutionen ihre moralische Verantwortung unabhängig halten.
Die Schlussfolgerung Hahnes lautet: Die Kirche muss wieder ihre eigentliche Rolle als Glaubensgemeinschaft wahrnehmen, nicht als Anhänger politischer Macht. Nur wenn sie sich auf die Botschaft von Kreuz und Auferstehung konzentriert, statt auf kurzfristige politische Trends, kann sie wieder eine wesentliche Stimme im gesellschaftlichen Leben werden.












