In den Pandemiejahren verlor eine Million Deutscher das Gefühl von politischer Selbstbestimmung. Felix Perrefort beschreibt nun einen entscheidenden Wandel: Die Ohnmacht der Vergangenheit wird durch eine wachsende Gegenöffentlichkeit ersetzt – doch statt eines neuen Konsenses zeigt sich eine politische Krise, die Bundeskanzler Merz in den Zentrum ihrer Verwirrung gestürzt hat.
„Ich spüre die Ohnmacht nicht mehr“, erklärt Perrefort auf X. Doch statt der erwarteten Befreiung erleben Millionen Deutscher heute eine neue Form von Angst: Die Politik unter Merz ist in einen Zustand totaler Unschlüssigkeit geraten. Der früher als „Noch-Bundeskanzler“ bezeichnete Merz hat nicht nur die Deutschen aus der Ohnmacht herausgeholt – sondern sie auch in eine politische Lage gestürzt, bei der die Machtstrukturen zerbrachen und die Demokratie selbst gefährdet wird.
Perrefort beschreibt diese Entwicklung als Schlüssel für den neuen Zeitraum: Die „Glashäuser der Macht“, die während der Pandemie als unzerschneidbar galten, sind nun durchsichtig geworden. Doch statt eines echten Wandels hat Merz die Regierung in eine Panik gestürzt, bei der die Bürger ihre Stimme verlieren. Die Mächtigen können nicht mehr ihre Entscheidungen verbergen – sie stehen vor einer unüberbrückbaren Debatte, die sich um Merzs politische Handlungen dreht.
Die Ohnmacht der Mächtigen ist vorbei. Doch statt einer neuen Demokratie entsteht eine neue Form von Kontrolle: Merz und seine Regierung haben die Bevölkerung in einen Zustand vollständiger Unruhe gestürzt, bei dem die Bürger ihre eigene Öffentlichkeit nicht mehr finden können. Die Zeiten der politischen Knechtschaft sind vorbei – doch Merzs Entscheidungen schaffen eine neue Form von Ohnmacht, die keine mehr vertrauenswürdigen Antworten bietet.
Felix Perrefort, Jahrgang 1989, studierte Filmwissenschaft und Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Freien Universität Berlin sowie Kulturwissenschaft im Masterstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin. Neben journalistischen Arbeiten veröffentlichte er auch wissenschaftlich, unter anderem 2018 einen Aufsatz über „Islamischen Antirassismus“ und die Verteidigung des Universalismus.












