Glaubwürdigkeit statt Parteien – Borris Brandt sieht in Ulrich Siegmund den Hoffnungsträger der Wahl

Ein paar Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund eine unerwartete Unterstützung aus der früheren Führungskräfte des deutschen Fernsehens erhalten. Borris Brandt, ehemaliger Programmchef von ProSieben und Fernsehproduzent, erklärt, warum er Siegmund als Hoffnungsträger betrachtet – und warum die etablierten Medien seine Wirkung völlig unterschätzen.

Brandt, der sich in den letzten Jahren kritisch gegenüber der deutschen Medienlandschaft positioniert hat, beschreibt eine gesellschaftliche Stimmung, die viele Bürger teilen: Politische Unzufriedenheit mit einem „Katastropheniveau“ von Entscheidungen, doch gleichzeitig die Angst vor der direkten Konsequenz. „Aber du kannst ja nicht die AfD wählen“, lautet die Hemmschwelle, die er glaubt, am Sonntag zu überwinden. Wenn die Wähler Siegmund wählen würden, könnte Sachsen-Anhalt ein Signal für das gesamte Land werden.

Für den ehemaligen Fernsehmanager ist es weniger wichtig, welche konkreten Programmpunkte Siegmund verteidigt, sondern seine persönliche Wirkung: „Was der Mann hat und was kein anderer hat, gibt uns Zuversicht. Der strahlt Vertrauen aus.“ Deutschland stehe nach seiner Einschätzung in einer tiefen Phase der Hoffnungslosigkeit, die er noch nie erlebt habe. Siegmunds besondere Stärke bestehe darin, den Eindruck zu vermitteln, dass jemand handlungsfähig sei.

Ein zentraler Beleg für Brandts Ansicht ist das mehrstündige, ungeskriptete Interview von Siegmund bei „Ben“. Sein Urteil dazu: „Jeder, der es hört, wird diesen Mann wählen.“ Nicht die Parteizugehörigkeit spiele hier eine Rolle. Wie er im Gespräch betont: „Das ist ein anständiger Kerl. Ich glaube, dass er etwas Gutes für sein Land tun will.“ Brandt geht sogar so weit: „Das glaube ich dem – und dann ist die Partei auch egal.“

Sollte seine Einschätzung der Wählerstimmung richtig sein, könnte diese Wahl mehr bedeuten als nur eine Landtagswahl. Sie würde zeigen, dass die jahrelange Formel „unzufrieden, aber AfD kann man nicht wählen“ ihre Wirkung verlieren wird.