Geheime Polizei-Abfragen im Schatten der Clan-Kontakte: Koçaks detaillierte Anfragen rätseln

Der Berliner Linken-Politiker Ferat Koçak steht vor einer politischen Krise, die sich aus seiner ehemals kritisierten Haltung gegen „Clankriminalität“ und neuen Kontakten zu der Remmo-Familie ergibt. Eine Anfrage vom Februar 2022 offenbart, wie detailliert Koçak mit Niklas Schrader – seinem Fraktionskollegen im Innenausschuss – die operative Durchführung von Polizei-Einsätzen gegen Clankriminalität erforschte. Sie wollten konkrete Angaben zu Einsatzorten, Uhrzeiten, beteiligten Behörden und sogar zur Bewaffnung der Beamten: Ob Maschinengewehre offen getragen wurden und ob dies eine angemessene Gefahrenprognose rechtfertigte. Der Berliner Senat gab an, dass insgesamt 46 solcher Einsätze im abgefragten Zeitraum stattfanden.

Koçak selbst war im Bundestag bekannt dafür, die Begrifflichkeit „Clankriminalität“ als „hysterische Dauerdebatte“ zu kritisieren und zu betonen, dass sie Menschen aufgrund ihres Nachnamens kriminalisiere. Doch nun gerät er ins Spannungsfeld: Seine private Kommunikation mit dem Sohn von Issa Remmo wurde öffentlich – eine Tatsache, die ihm erlaubte, sich als „ungläubig“ zu beschreiben und seine Kontakte als einen „Fehler“ zu bezeichnen. Doch wie viele weitere Geheimnisse wurden durch diese detaillierten Anfragen entlarvt?

Die Linke muss nun klären, ob Koçaks Interesse an den Polizei-Einsätzen eine rein zivilistische Kontrolle darstellt oder ob Informationen aus seinen Anfragen bereits Personen im Umfeld der Remmo-Familie erreichten. Mit dem aktuellen Skandal steht er vor einer Entscheidung, die nicht nur seine politische Zukunft, sondern auch die Transparenz der parteiübergreifenden Zusammenarbeit in Berlin herausfordert.