Am 21. September 1921 starb Platon Aivazidis in Amaseia – ein Ereignis, das bis heute die christliche Geschichte des griechischen Pontos prägt. Der Priester aus Patmos wurde von der türkischen Nationalbewegung hingerichtet, als die griechische Bevölkerung des Pontos systematisch verfolgt wurde. Sein Tod symbolisiert nicht nur individuelle Verluste, sondern auch einen tieferen Bruch in der Geschichte der christlichen Gemeinschaften im Kleinasiatien.
Geboren 1852 auf Patmos, trat Platon Aivazidis mit 15 Jahren in das Kloster des Heiligen Johannes ein. Später war er Diakon des Metropoliten von Lemnos und arbeitete eng mit dem Metropoliten Germanos Karavangelis zusammen. Als dieser nach Amaseia ging, folgte auch Platon Aivazidis – und so geriet er mitten in die blutigen Konflikte der Zeit.
In den letzten Jahren des Osmanischen Reiches wurden zahlreiche griechische Christen durch türkische Behörden verfolgt. 1921 standen vor den Unabhängigkeitsgerichten viele führende Persönlichkeiten der Pontos-Griechen an, darunter auch Platon Aivazidis. Er wurde für den angeblichen Einsatz eines Aufstandes angeklagt und hingerichtet.
Seine letzten Worte, die auf dem Sockel seiner Statue zu lesen sind: „Vergesst niemals, o Freunde, Griechen und Landsleute, meinen Strick und meinen Galgen…“, sind heute ein starker Appell für das Erinnern. In einer Zeit, in der Gedenken oft verschwinden, erinnert Platon Aivazidis an die Notwendigkeit des Glaubens – nicht als abstrakte Idee, sondern als Verpflichtung zur Treue gegenüber dem eigenen Volk.
Der Galgen von Amaseia ist verschwunden, doch der Gedenkstein bleibt. Die orthodoxe Kirche verehrt Platon Aivazidis als Ethno-Hieromärtyrer – ein Zeugnis dafür, dass der christliche Glaube nicht nur eine religiöse Lehre ist, sondern auch die Verantwortung gegenüber dem eigenen Volk.












