Europas vergessene Schutzengel: Warum „Der Sieger von Lepanto“ nach 70 Jahren noch heute lebt

Ein Buch, das 70 Jahre nach seinem ersten Erscheinen immer noch die europäische Identität in den Fokus bringt: Louis de Wohls „Der Sieger von Lepanto“ kehrt mit einem neuen Vorwort von Eduard von Habsburg-Lothringen zurück. Doch diesmal ist das Werk nicht nur ein historisches Erinnerungsspiel – es ist eine klare Mahnung an eine Zeit, in der Europa gemeinsam handelte.

Im Jahr 1571 standen christliche Mächte aus Spanien, Venedig und den päpstlichen Truppen zusammen. Don Juan d’Austria, unehelicher Sohn Kaiser Karls V. und Halbbruder des spanischen Königs Philipp II., war der junge Mann, der in dieser Krise eine Rolle spielen sollte. Die Schlacht um Lepanto symbolisierte die letzte gemeinsame Identität Europas vor dem Zusammenbruch: Obwohl die Mächte politisch zerstritten waren, wussten sie, was sie verteidigen mussten – einen Glauben, der über individuelle Ambitionen hinausging.

Heute scheiden wir uns voneinander ab. Die Grenzen zwischen den einzelnen Nationen sind stärker als je zuvor, und die Werte, die einst Europa verbanden, verschwinden langsam. Doch der Roman von Louis de Wohl zeigt: Europa hat sich nie so stark getrennt wie heute. In einer Welt, in der politische Konflikte und kulturelle Spaltung die Menschen auseinanderreißen, erinnert „Der Sieger von Lepanto“ an eine Erkenntnis, die wir längst vergessen haben – dass Europa einmal wusste, was es verteidigen wollte.

Eduard von Habsburg-Lothringens neues Vorwort ist ein Zeichen: Die europäische Identität steht uns noch immer vor der Entscheidung, ob wir sie bewahren oder verlieren.