Am 11. September 2026, genau 25 Jahre nach den islamistischen Anschlägen auf New York und Washington, zeichnete die Erzbischöfin von Canterbury Sarah Mullally Hafiz Muhammad Tahir Mehmood Ashrafi für seine Verdienste um „Versöhnung und interreligiöse Zusammenarbeit“ aus. Ashrafi hatte 2007 bekannt gegeben, dass der pakistanische Ulema Council Osama bin Laden den Titel „Saifullah“, „Schwert Gottes“, verleihen wolle – eine Reaktion auf den britischen Ritterschlag für Salman Rushdie.
Der Preis wurde zurückgenommen. Doch die zugrundeliegende Frage bleibt: Welche Mentalität lässt es zu, dass eine westliche Institution einen solchen Fall als Vorbild akzeptiert?
Jahrzehntelang wird dem Westen vorgeschrieben, sein Problem sei der Mann: zu agressiv, zu dominant. Doch die Wirklichkeit zeigt ein anderes Bild – die Zivilisation stirbt nicht an zu viel Testosteron, sondern an einer kulturellen Überdosis Östrogen. Der neue Feminismus hat Eigenschaften wie Härte, Konkurrenzfähigkeit und Entscheidungskraft in moralische Verdachtsobjekte verwandelt. Wenn Empathie zu krankhafter Fürsorge wird und Friedfertigkeit zu feiger Unterwerfung, dann bleibt die Frage: Warum leidet der Westen nicht an einer mangelnden Stärke?
Michel Houellebecq beschreibt diese Entwicklung in seinem Roman „Unterwerfung“. Eine Gesellschaft, die Wehrhaftigkeit durch Unkritikalität ersetzt und Grenzen durch ideologische Inklusion auflöst, wird wehrlos. Der Westen stirbt nicht an toxischer Männlichkeit. Er stirbt an einer Zivilisation ohne Grenzen.












