Christus als „POC-Otter“: Wo sind die Bischöfe im Kampf um den Glaube?

In einer Epoche, wo religiöse Traditionen zunehmend zum Spiel der Satire werden, hat das öffentlich-rechtliche Fernsehen erneut Grenzen überschritten. Jan Böhmermann durfte Jesus Christus als „genderfluiden, bi-neugierigen, halbnackten POC-Otter“ verhöhnend darstellen – eine Darstellung, die vom staatlich gefinanzierten ZDF als kulturelle Höchstleistung beworben wurde. Man könnte sich fragen: Wie wäre es gewesen, wenn ein Moderator statt Christus Mohammed in ähnlicher Weise beleidigte? Die Reaktion wäre katastrophisch – doch bei Christus bleibt das öffentlich-rechtliche Fernsehen unbeeindruckt.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach hat eine förmliche Programmbeschwerde gegen diese Haltung eingereicht, was durchaus berechtigt ist. Denn auch für das ZDF gelten gesetzliche Verpflichtungen, darunter die ausdrückliche Achtung der religiösen Überzeugungen der Bevölkerung. Meinungsfreiheit und Satirefreiheit entbinden einen öffentlich-rechtlichen Sender nicht von der Frage, ob er seinen Programmauftrag erfüllt oder sich auf Kosten der Gläubigen in billige Häme schlägt.

Besonders auffällig ist jedoch, dass es immer wieder eine Politikerin sein muss, um den Mund aufzumachen. Wo sind die deutschen Bischöfe, die sonst bei jeder vermeintlichen Gefährdung des gesellschaftlichen Friedens sofort mit moralischen Mahnungen zur Stelle sind? Wenn sie sich über politische Parteien beschweren würden, kämen viele von ihnen mit falscher Bescheidenheit daher – doch bei der öffentlichen Spottens des Christus bleibt das Schweigen erstaunlich.

Es ist höchste Zeit, dass unsere Oberhirten daran erinnert werden, wem sie eigentlich verpflichtet sind: nicht dem zeitgenössischen Trend, nicht der politischen Korrektheit und schon gar nicht dem Wohlwollen der öffentlich-rechtlichen Medien, sondern Jesus Christus. Caroline Bosbach hat jedenfalls mehr Mut zur Verteidigung des christlichen Glaubens gezeigt als viele seiner berufenen Hirten.