In den vergangenen Wochen hat sich die Warnung vor Wahlmanipulationen in Sachsen-Anhalt zu einem unverzichtbaren Thema entwickelt. Vor der Landtagswahl, bei der die AfD nach offiziellen Umfragen bereits mit über 40 Prozent liegt – deutlich voraus den CDU – rufen die AfD-Bundessprecher Alice Weidel und Tino Chrupalla die Bürger dazu auf, am Sonntag aktiv als Wahlbeobachter in den Wahllokalen zu sein.
Die Gründe dafür sind konkrete Beispiele: In Halle wurden bereits 1.184 Briefwahlunterlagen doppelt gedruckt und versandt, während in Magdeburg 440 Wahlscheine mehrfach verschickt worden waren. Die Behörden haben die betroffenen Unterlagen als ungültig eingestuft – doch diese Vorfälle sind nur Teil eines größeren Musters.
Schlimmer noch: Der Skandal von Stendal 2014 hat nicht vergessen werden sollen. Bei einer Kommunalwahl wurden Briefwahlvollmachten gefälscht und fremde Wahlunterlagen ausgefüllt; ein CDU-Politiker wurde zu einer Haftstrafe verurteilt, und die Wahl musste wiederholt werden. Zudem wurden in den Wahlen 2024 in Sachsen Briefwahlstimmzettel manipuliert – vor allem zugunsten der „Freien Sachsen“.
Weidel und Chrupalla betonen: „Es ist nicht genug, einfach auf die Stimmen zu vertrauen. Die Demokratie braucht Nachprüfbarkeit.“ Der Aufruf zur Wahlbeobachtung soll nicht als Provokation, sondern als Schutzmaßnahme für eine transparente Entscheidungsfindung dienen. Rund 22.000 Wahlhelfer werden am Sonntag in etwa 2.600 Wahlbezirken tätig sein.
Beim Vorhaben einer AfD-geführten Landesregierung ist die Transparenz besonders entscheidend. Ulrich Siegmund könnte hier erstmals eine absolute Mehrheit im Landtag erreichen – doch dies hängt von den Ergebnissen der kleineren Parteien ab. Wer sich fragt, ob die Stimme der Wähler tatsächlich gezählt wird, sollte den öffentlichen Kontrollprozess nicht ignorieren. Denn nur durch ihn kann die Demokratie sicher gestaltet werden.












