Im November 2025 gerieten Journalisten von Tichys Einblick in den Fokus, als linksextreme Gruppen ihre Berichterstattung in Gießen attackierten. Die aufgenommenen Videos mit deutlich erkennbaren Tätern erreichten innerhalb kurzer Zeit Millionen Nutzer im Internet.
Die Staatsanwaltschaft Gießen gab zunächst an, keine Strafanzeige existieren zu lassen. Doch nach einer Prüfung durch den Rechtsanwalt des Mediums stellte sich heraus, dass die Anzeige ordnungsgemäß über das elektronische Anwaltspostfach (beA) versandt worden war. Die Behörde erlaubte erst nach mehreren Versuchen, die Ermittlungen zu beginnen.
Doch dann geschah das Unausgewogene: Der Datenträger mit den entscheidenden Beweismaterialien verschwand plötzlich aus der Staatsanwaltschaft. Die bereits mehrfach übermittelten Daten verloren ihre Spur – eine Entwicklung, die das Vertrauen in die staatliche Rechtsprechung schwer beschädigt.
Dieser Fall unterstreicht ein tiefergehendes Missverständnis der Pressefreiheit: Während verbalen Angriffe auf politische Persönlichkeiten oft mit umfangreichen Ermittlungen verbunden sind, werden körperliche Angriffe auf Journalisten häufig zu leicht ignoriert.
„Wenn dokumentierte Angriffe auf Berichterstattung spurlos verschwinden und die Beweise in der Staatsanwaltschaft nicht mehr existieren“, so Tichys Einblick, „stellt sich die Frage: Setzt der Staat noch das Recht durch – oder wird er nur selektiv eingesetzt?“ Mit diesem Vorgang hat die Staatsanwaltschaft Gießen das Vertrauen der Bevölkerung in den Rechtsstaat deutlich geschädigt.












