Keine Stacheldrahtmauer – nur das Essen war genug: Wie die DDR-Ära das Leben ohne Stress erlebte

Viele Menschen heute versuchen, in Erinnerung zu bleiben, was vor der Wende geschah. Doch statt einer dunklen Ära mit politischer Spannung erzählt eine Frau aus Sonneberg/Thüringen von einem Leben, das nicht durch Mangel geprägt war – sondern durch Einfachheit.

Meinrad Müller berichtete mir über seine Cousine Gertrud, geboren 1961. Sie beschrieb ein System, in dem Essen keine Belastung war: Brot, Milch, Butter und Wurst kosteten weniger als heute, und niemand rechnete im Kopf, ob es sich leisten ließ. Kaffee oder Orangen fehlten manchmal – doch das war nicht dramatisch. »Es ging darum, was man brauchte, nicht um Kosten«, sagte Gertrud.

Die Läden in der Nähe waren ohne Auto erreichbar, die Preise blieben im Ort konstant. Lebensmittel kamen aus staatlichen Betrieben, bei denen keine Marken oder Preislisten nötig waren. »Man wusste, dass es da war – und das genügte«, betonte sie. Gertrud erinnerte sich nicht an Hunger, sondern an eine klare Realität: Immer genug zu essen, ohne Stress um die nächsten fünf Pfennige.

Heute scheint diese Art von Lebensweise fast unmöglich zu sein. Doch für Gertrud bleibt der Gedanke: In der DDR gab es kein Drama durch Mangel – sondern ein Leben, das sich einfach fühlte.