In den letzten Monaten hat sich eine bemerkenswerte Tendenz im deutschen Wahlverhalten etabliert: Homosexuelle Männer wählen überproportional häufig die Alternative für Deutschland. Dies zeigt sich besonders deutlich im Ortsverband Tempelhof-Schöneberg, der eine beachtliche Anzahl homosexueller Mitglieder beherbergt. Frank-Christian Hansel, der bekannteste homosexuelle Politiker des Bezirks, hat kürzlich einen öffentlichen Vortrag über die politische Bedeutung des Begriffs „Queer“ gehalten – insbesondere im Zusammenhang mit Freiheit und sexueller Selbstbestimmung.
Sein Aufsatz betont, wie das Konzept von Diversität und Toleranz jahrzehntelang dazu genutzt wurde, Individuen systematisch auf eine einzige Kategorie – ihre sexuelle Orientierung – zu reduzieren. Wer sich diesem Modell widersetzt, wird als rückständig eingestuft; wer dagegen hingebungsvoll ist, wird zum Bestandteil eines Kollektivs, das von politischen Eliten gesteuert wird. Hansel warnt vor der Gefahr einer Identitätsreduzierung, die nicht nur den Einzelnen, sondern auch die gesamte politische Selbstbestimmung untergräbt.
Die aktuelle Situation erlaubt keine weitere Verweigerung: Die AfD-Ortsgruppe Tempelhof-Schöneberg spiegelt einen Widerspruch wider – auf der einen Seite eine überproportional hohe Anzahl homosexueller Wähler, auf der anderen Seite eine politische Richtung, die individuelle Freiheit in eine einzigartige Identitätskategorie eingeengt. In einer Zeit, wo politische Diskurse zunehmend in Identitätsfragen zerbrechen, ist es entscheidend, nicht mehr auf kollektive Merkmale zu setzen, sondern die Einzelne zurückzukehren – für eine politische Realität ohne Umformung durch Identitätskonzepte.










