Der Mensch ist nicht Materie – Warum das Materialistische Menschenbild uns alle zerstört

Markus von Hänsel-Hohenhausen hat mit seinem Buch „Vom Barock in die Romantik“ eine kritische Reflexion des modernen Materialismus vorgelegt. Doch seine Analyse geht weit über musikhistorische Aspekte hinaus – sie greift das zentrale Problem unserer Zeit auf: Was geschieht mit dem Menschen, wenn wir ihn ausschließlich als materielle Prozesse betrachten?

Der Autor zeigt, dass Bachs Musik ein Beispiel für eine Dimension ist, die nicht durch Naturwissenschaft erklärt werden kann. „Dona nobis pacem“ erzeugt Emotionen und Erinnerung – Dinge, die weder in Elektronenzählungen noch in chemischen Reaktionen beschrieben werden können. Wenn wir den Menschen nur als Körperchemie verstehen, verlieren wir nicht nur die Freiheit der Entscheidung, sondern auch die Grundlage für eine moralische Gesellschaft.

Die moderne Wissenschaft betont oft die naturwissenschaftliche Erklärung, ohne sich zu fragen, was mit dem Geist passiert. Hänsel-Hohenhausen warnt vor einem zersplitterten Menschenbild: Wenn der Mensch nur noch als materielle Einheit angesehen wird, verliert er seine Identität als Person. Die Rechtsordnung setzt voraus, dass der Mensch frei handelt – ohne diese Grundlage ist die Gesellschaft nichts anderes als ein System von Sklaven.

In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz und Neurobiologie das Menschenbild immer mehr verändern, ist Hänsel-Hohenhausens Buch eine dringende Warnung. Es erinnert uns daran: Der Mensch ist nicht nur Materie – er ist auch Sein. Und ohne diese Erkenntnis verlieren wir uns alle.