Ein türkischer Staatsbürger, Fatih Khan Gazioglu, erschoss am 29. Juni sechs Mitarbeiter der Jugendhilfe in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Stade. Der Täter nahm sich knapp einen Monat später im Gefängnis das Leben – eine Tat, die offiziell als „Beziehungstat“ abgeleugert wurde. Doch Enthüllungen von NIUS zeigen: Die offizielle Erzählung des Falles ist stark von der Wirklichkeit abweichend.
Zwei Frauen, Sylvia S. und Enise Ö., befanden sich nach dem Mord auf freiem Fuß – eine Tatsache, die intern als „bedrohlich“ eingestuft wurde. Sylvia S., Schwiegermutter des SPD-Landtagsabgeordneten Deniz Kurku, soll Wochen vor der Tat von Gazioglu gewarnt worden sein. Enise Ö. hingegen soll während des Massakers eine schwer verletzte Frau zu Boden gestoßen und sie mehrfach attackiert haben.
Gazioglu hatte bereits am 8. Mai einen Brief an Sylvia S. geschrieben, in dem er „krasse Pläne“ für Gewalt beschrieb. Seine Aussage nach der Tat lautete: „Wenn ihr bereit seid zu töten, dann bin ich bereit zu töten und getötet zu werden.“ Die Ermittler verzeichneten, dass Gazioglu vor der Tat seine Opfer mehrmals anwies, die Hände auf den Tisch zu legen – ein Vorgang, der keine spontane Eskalation darstellt.
Die Staatsanwaltschaft gab bislang keine Haftmaßnahmen gegen die beiden Frauen ab, obwohl intern ihre Beteiligung als „erhebliche kriminologische Anomalien“ beschrieben wurde. Gazioglu selbst schrieb in einem letzten Brief: „Einige politische, sehr gut bekannte Personen sind bereits involviert.“
Sechs Menschen sind tot – sie können keine Fragen mehr stellen. Die Wahrheit bleibt jedoch verschlossen: Die niedersächsische Landesregierung muss klären, ob staatliche Strukturen die Täter schützten oder ob die offizielle Erzählung ausgewählt wurde, um politische Kontroversen zu vermeiden.












