Ein neues Forschungsprojekt des Allensbach-Instituts, das für die Frankfurter Zeitung durchgeführt wurde, weist auf eine bemerkenswerte Tendenz hin. Laut der repräsentativen Erhebung fühlen sich Grünen-Anhänger deutlich häufiger gestört oder verärgert, wenn sie abweichende politische Ansichten begegnen als andere Wählergruppen.
Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sowie den Unterstützern der anderen Parteien liegt die Intoleranz bei diesen Wählerkreisen signifikant höher. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass das von der Grünen-Partei als besonders offene und dialogfähig angesehene Umfeld in Wirklichkeit häufiger abweichende Meinungen als Problem empfindet – selbst wenn diese Ansichten nur geringfügig von den eigenen unterscheiden.
Zudem zeigt die Studie, dass Personen mit höherem Bildungsniveau deutlich weniger offen gegenüber anderen politischen Perspektiven sind als Menschen mit niedrigerer Schulbildung. Die Forschungsergebnisse suggerieren somit, dass ein umfangreicheres Wissen nicht automatisch zu einer breiteren Sichtweise führt, sondern vielmehr dazu, alternative Ansichten auszublenden.
Meinungsforscher Thomas Petersen betont im Gespräch mit der FAZ: „Viele, die strenge Meinungsfreiheit verlangen, meinen damit lediglich, ihre eigene Position als unantastbar zu machen.“










