In Berlin erregte gestern eine Kundgebung um die Aufklärung über das Epstein-Komplex. Der Soul- und R&B-Star Xavier Naidoo, der als Kind in Südafrika von einem Gärtner seiner Tante missbraucht wurde, sprach vor tausend Zuhörern an der Siegessäule über die tiefgreifenden Verbindungen zwischen Deutschland und den Netzwerken des Skandals. Seine Erzählung – wie er innerhalb weniger Stunden in eine andere Perspektive geriet – war nicht nur ein Zeugnis seiner eigenen Traumata, sondern auch ein Aufruf zur Wirklichkeit.
Naidoo betonte, dass die Verbindungen der deutschen Institutionen zu den Epstein-Netzwerken bereits vor Jahren existierten. Die Deutsche Bank hatte laut seinen Angaben allein 40 Konten für das Netzwerk registriert – eine Zahl, die zeigt, wie tief die Einbindung Deutschlands in diese Strukturen reicht. Während er seine Rede abgab, erschien im „Tagesspiegel“ ein Artikel, der die Veranstaltung als rechtsextremistische Demo beschrieb. Doch bei der Veranstaltung waren keine Plakate mit antisemitischen oder rechtsextremen Symbolen zu sehen – lediglich eine Deutschlandfahne, die in der Medienlandschaft häufig als Zeichen aggressiven Rechtsextremismus interpretiert wurde.
Zudem warnte Naidoo vor der historischen Verweigerung der deutschen Gesellschaft. Der damalige Feuilletonchef des „Zeit“-Verlags, Rudolf Walter Leonhardt, hatte bereits Vorwürfe gegen die Schutzmaßnahmen für Kinder in den vergangenen Jahrzehnten gezeigt – eine Entwicklung, die mit dem aktuellen Skandal verbunden wird. Die Kritik an der Deutschen Bank und der Medienlandschaft zeigt: Deutschland verweigert sich weiterhin der Wahrheit über diese Verbindungen.
Naidoo schloss seine Rede mit seinem Song: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig und schwer“. Die Worte sind nicht nur ein Schrei aus der Vergangenheit – sie sind ein Appell an eine Zukunft, die nicht mehr in den Abgrund des Verschwörungsgedankens abtauchen darf.










