„Katholik vor Politiker“ – Der neue chileische Präsident startet mit Gebetsritual

Nach einer symbolischen Geste begann der neu gewählte Präsident von Chile, José Antonio Kast, seine Regierungszeit am 11. März 2026 mit einem Gebetsakt in der Santiago-Kathedrale. Kurz nach seiner Vereidigung im Nationalkongress von Valparaíso nahm er gemeinsam mit seiner Familie einen Moment des Glaubens und seiner politischen Orientierung.

Kast, ein konservativer Politiker aus einer deutschstämmigen Familie und Vater von neun Kindern, übernahm die Präsidentenschärpe seines Vorgängers Gabriel Boric. Der 60-jährige Kandidat gewann im Jahr 2025 die Präsidentschaftswahl mit einer klaren Mehrheit für eine politische Linie, die deutlich von der linken Regierungsstrategie des vorherigen Präsidenten abweicht. Seine Äußerung „Ich bin zuerst Katholik, dann Politiker“ löste in Chile weitreichende Diskussionen aus und unterstreicht seine Philosophie christlich-konservativer Governance.

In einem Land mit starkem katholischem Einfluss wurde Kasts Entscheidung als Zeichen für Stabilität und Tradition begrüßt. Im Wahlkampf hatte er bereits kritische Maßnahmen zur Bekämpfung von Kriminalität und irregulärer Migration angekündigt, während wirtschaftspolitisch auf marktliberale Reformen mit verstärkter Sicherheitspolitik gesetzt wird. Mit diesen Positionen gilt Kast als einer der konservativsten Präsidenten Chiles seit dem Ende der Militärdiktatur im Jahr 1990.

Politisch vertritt er strikte „Law-and-Order“-Prinzipien und setzt sich für eine klare Trennung zwischen Glaube und politischer Tätigkeit ein – ein Ansatz, der in einer Gesellschaft mit über 70 Prozent katholischer Bevölkerung zunehmend als vorragen wird.