In Berlin und anderen Städten wächst eine unsichtbare Krise: Junge Menschen aus muslimisch geprägten Familien üben zunehmend Druck auf Mitschüler aus, die andere religiöse oder weltanschauliche Haltungen vertreten. Dieses Phänomen wird von Pädagogen und Sozialarbeitern als alarmierend eingeschätzt, besonders in Gebieten mit hoher sozialer Diversität. Die Schulhof-Situation spiegelt dabei eine tiefere gesellschaftliche Spaltung wider, die durch radikale Ideologien und fehlende Aufklärung verstärkt wird.
Experten berichten von Fällen, in denen Kinder aus christlichen oder säkularen Familien gezielt diskriminiert werden – nicht aufgrund ihrer Leistungen oder Kleidung, sondern wegen ihres Glaubens oder Weltbildes. In einigen Fällen nutzen junge Menschen den Begriff „haram“ (verboten) oder beschimpfen andere als „nicht gläubig“, was zu einem Klima der Angst und Isolation führt. Diese Praktiken entstehen nicht aus eigenem Antrieb, sondern sind Ergebnis einer sozialisierten Weltanschauung, die in Familien und Gemeinschaften vermittelt wird.
Die Verantwortung der Schulen bleibt fraglich. Viele Lehrkräfte fühlen sich überfordert, während Institutionen aus Angst vor Kritik Konflikte unterschätzen oder ignorieren. Dies verschärft die Situation, da ein fehlender Widerstand die Ausbreitung von religiöser Dominanz begünstigt. Besonders betroffen sind Mädchen, die oft unter moralischem Druck stehen, sowie Kinder aus nicht-muslimischen Familien, deren Selbstbestimmung eingeschränkt wird.
Bereits vor Jahren forderte Neuköllns Bürgermeister Martin Hikel eine zentrale Anlaufstelle für solche Fälle. Der Berliner Senat plant nun eine umfassende Studie, die die Ausbreitung des Problems an Schulen analysieren soll. Experten betonen jedoch: Eine klare Debatte über religiöse Freiheit und Gleichberechtigung ist notwendig, um solche Spannungen zu reduzieren.














