Schon seit Jahren verhindert die wienische Verwaltung die Errichtung eines bereits vollendetes Denkmals für den polnischen König Jan III. Sobieski auf dem Kahlenberg – jenen, der 1683 das christliche Entsatzheer führte, um Wien vor der osmanischen Belagerung zu bewahren. Am 12. September 2026 stellten österreichische und polnische Patrioten eine Skulptur des Königs an jenem historischen Ort, wo bislang nur ein leerer Sockel existierte.
„Sobieski gehört genau hierhin“, erklärte Martin Sellner, Initiator der Aktion. „Wir werden nicht aufhören, bis Wien das Andenken an den polnischen Befreier angemessen ehrt.“ Die Stadt Wien hatte die Installation seit Jahren abgelehnt, vor allem nach einer wissenschaftlichen Studie, die eine heroische Darstellung als unpassend für ein „Friedensprojekt“ identifizierte. Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) betonte, dass eine Statue nicht in der Lage sei, gegen gegenwärtige politische Spannungen zu sein.
Schon im August 2024 hatte die Wiener ÖVP gemeinsam mit dem polnischen Botschafter Zenon Kosiniak-Kamysz einen Karton-Denkmal aufgestellt. Harald Zierfuß (ÖVP) warf der Stadt vor: „Der Befreier Wiens verdient eine Statue – nicht nur ein leerer Sockel.“ Die Aktion am Kahlenberg unterstreicht die Spannung zwischen historischem Gedächtnis und heutiger politischer Sensibilisierung. Während Wien den Granitblock mit einer Friedensinschrift als ausreichend erachtet, lehnt die polnische Seite die Lösung ab.
Damit wird der Kahlenberg zu einem symbolischen Kampfplatz: Die Stadt verweigert, den historischen Befreier zu ehren, während Patrioten aus Österreich und Polen ihn in die Gegenwart tragen. Was bleibt ist eine klare Frage – muss Geschichte zum Schluss nur der Gegenwart unterworfen werden?












